Datenbankmanagementsystem (DBMS) – DBeaver

240px-DBeaver_logo.svg (1)Wieder möchte ich mich in kurzem Umfang, gerichtet an Anfänger, zu denen ich mich selbst zu diesem Zeitpunkt auch immer noch zähle, als Erklärbär versuchen. Dazu habe ich mir wegen eines Projektes mit PostgreSQL die Mühe gemacht, ein DBMS zu suchen. Da PostgreSQL ebenso wie mySQL frei und kostenlos verfügbar ist, gibt es eine breitere Auswahl an Verwaltungssoftware für die Datenbank. Im fertigen Installer wird – ähnlich phpMyAdmin für mySQL – eine Weboberfläche mitgeliefert: pgAdmin. Nettes Tool, vom UI her wesentlich aufgeräumter und übersichtlicher gestaltet als phpMyAdmin. Aber… in beiden DBMS vermisse ich die Möglichkeit, sich die grafische Darstellung der Tabellenrelationen anzeigen lassen zu können. Von Microsofts SQL Server Manager (SSMS) kenne ich die Funktion. Gut, ob phpMyAdmin da was bietet, habe ich offen gestanden nicht versucht in Erfahrung zu bringen, würde mir im Falle von pgSQL selbstverfreilich auch nichts helfen. pgAdmin bietet jedenfalls keinen solchen Service.

Wer weiß, wonach er suchen muss, nach einem Entity-Relationship-Diagram (ERD), der wird sicher schneller fündig. Klar, sowas erstellt man vor der Planung einer Datenbank. Wenn die Datenbank aber vorgegeben ist, hat man sowas unter Umständen nicht parat. Um sich eben aber die Relationen der Tabellen in der Datenbank anzueignen, für den ist so eine Übersicht zumindest nützlich. So begab ich mich auf die Suche nach einer grafischen Benutzeroberfläche abseits von pgAdmin, welche die Erstellung eines ER-Diagrammes von Tabellen beherrscht.

Meine Aufmerksamkeit wurde zunächst auf – und da war ich tatsächlich mal kurz positiv überrascht – LibreOffice Base gelenkt. Das Tool ist in LibreOffice direkt enthalten und kann mit PostgreSQL Datenbanken umgehen. Wie so vieles von LibreOffice gut gemeint, aber nur halbherzig umgesetzt. Da PostgreSQL innerhalb einer Datenbank mit Schemata arbeitet, in welchen die Tabellen enthalten sind, wählte ich mit Base das gewünschte Schema aus und versuche ein ERD zu erstellen. Ging. Leider wurden mir nicht alle Tabellen des gewählten Schemas angezeigt. Weitere hinzufügen ist mir zu umständlich gewesen, da ich sie mit denen, die bereits automatisch eingefügt wurden, hätte umständlich abgleichen müssen. Also weiter gesucht und über die Google Bildersuche fündig geworden. DBeaver. Screenshots sahen vielversprechend aus, was mich zu einem Download animierte.

DBeaver kommt automatisch auf Deutsch, was für mich nicht unbedingt ein Muss ist, ich aber gerne in Anspruch nehme. War aber beim ersten Start auch direkt so voreingestellt.new db connection (1)Nach der Installation, die übrigens eine installierte Java Laufzeitumgebung (JRE) voraussetzt, wird selbstredend eine Verbindung zu einer Datenbank aufgebaut. DBeaver unterstützt da echt alles. Das meiste davon kenne ich nicht mal. Wer möchte, kann DBeaver für mySQL, PostgreSQL, Microsoft SQL, Oracle, MS Access… verwenden. Sollte wohl für jeden Geschmack was dabei sein.new db connection login (1)Hat man sich für das Datenbanksystem seiner Wahl entschieden, müssen die Zugangsdaten eingegeben werden, sofern bereits eine Datenbank des gewünschten Systems angelegt ist.Das Tool an sich wirkt recht aufgeräumt angesichts der Möglichkeiten, die es bietet. Die Informationen, die man auf einen Blick bekommen kann, wirken zu keiner Zeit wirklich überladen in der Oberfläche. Gearbeitet wird mit Tabs unterhalb der Menüleiste. Screenshot DBeaver Benutzeroberfläche

Definitiv aufgeräumt und man kann sich schnell orientieren. Die Benutzeroberfläche ist relativ intuitiv bedienbar. Sicher, wer sich das erste Mal an ein DBMS heranwagt, wird einfach überhaupt nicht wissen, wo er anfangen soll. Ging mir bei meinem ersten Kontakt mit phpMyAdmin auch so und ist auch heute noch das Unding überhaupt in meinen Augen. Eine gute Webapplikation ist halt für sowas auch nicht aus dem Ärmel geschüttelt. Mich erinnert DBeaver jedenfalls an Microsofts SQL Server Management Studio und mein erster Eindruck ist ein Positiver.

DBeaver gibt es für MacOS, Windows und Linux in einer kostenlosen, leicht eingeschränkten, Community Version. In der Hauptsache unterscheidet sie sich von der Enterprise Edition durch fehlende NoSQL Unterstützung. Die EE Version kann für vierzehn Tage kostenlos getestet werden. Die Preismodelle sehen zeitlich begrenzte Lizenzen vor, innerhalb derer man Support und Updates erhält. Sind die Lizenzen abgelaufen, kann die EE weiter verwendet werden wie gewohnt. Jedoch bekommt man keinen Support und Updates mehr. Studenten können ein Formular ausfüllen und eine EE Lizenz kostenlos bekommen. Die Preise betragen für einen Monat 14 USD, für ein Jahr bei Erstkauf 149, für zwei Jahre 249 USD und für eine einjährige Verlängerung einer bestehenden Lizenz 120 USD. Ist jetzt kein Preis für so eine Software inkl. Support, wenn die Software in kleineren Unternehmen eingesetzt werden soll. Für den privaten Einsatz sollte es die Community Edition dicke tun. In meinen Werkzeugkasten kommt sie jedenfalls. Auch für phpMyAdmin. Dann bin ich endlich diese grausige Weboberfläche los.

2 Antworten zu “Datenbankmanagementsystem (DBMS) – DBeaver

  1. Pingback: Microsoft SQL Server Express in PHP verwenden | i can compute

  2. Pingback: DBMS DBeaver mit SQL Server Express nutzen | i can compute

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.