OnePlus bringt OnePlusX

Bei mir ist das immer so: Wenn ich aktuell keinen neue PC-Hardware oder ein Smartphone oder sonstiges benötige, nehme ich Meldungen über neue Geräte nur am Rande wahr. Bei PC-Hardware auch nur bei den CPUs. Den Rest suche ich mir dann eh zeitnah zusammen. Bei Handys ist das auch so.
Es vergeht keine Woche, in der nicht wieder über irgend ein neues Smartphone irgend eines Herstellers die Rede ist. Sei es, weil es bereits angekündigt, geleakt, oder gar erhältlich ist. Da will ich mir einfach nicht im Detail merken, welche Ausstattung die Geräte haben, so lange ich kein neues benötige.
Bestes Beispiel waren da die Leaks zum Nexus 5X. Die geleakten Spezifikationen wurden für mich erst interessant, als es um den RAM und das Volumen des Speicherplatzes ging. Die CPU hat mich in erster Linie deshalb nicht interessiert, weil die Qualcomm Snapdragon S4 Pro (Quadcore 1,5 GHz) CPU mich auf meinem Nexus 4 bisher nie hat im Regen stehen lassen. Eher kommt mit der Zeit und der Menge an installierten Apps der RAM mal aus der Puste. Deshalb sind Geräte unter 2 GB RAM keine Smartphones für mich. Zwischen 30 und 50% RAM Auslastung hat mein Nexus 4 im Gebrauch, je nach Anwendungsszenario.
Und so nehme ich neue Geräte nicht am Penisverlängerungswert CPU-Leistung wahr, sondern am RAM und Speicherplatz. Ergänzend kommen dann eher praktische Features wie aktuelles Bluetooth, WLAN, Akkuvolumen. Letztlich ist natürlich der Preis auch interessant. Anhand meines Nexus 4 kann ich sehen, dass für meine Ansprüche ein Smartphone oberhalb der 400,-€ keinen Sinn für mich macht. Günstiger wäre sogar besser. Und da kommt One+ mit dem OPX ins Spiel. Liefert One+ ohnehin Geräte mit recht gutem Preisleistungsverhältnis ab, klingt das X nun tatsächlich nach einem Gerät, das es für 269,-€ für mich verdammt interessant macht. Und wieder geht es dabei nicht um die CPU. Ok, ich hab nachgeschaut, werde es mir aber sicher nicht lange merken: Es ist eine Snapdragon 801 Quad Core CPU mit 2,3 GHz. Feucht im Höschen wurde ich bei den angegebenen 3 GB RAM. Wahnsinn! Da stellte sich für mich nur noch die Frage, was bei 16 GB Speicherplatz für 269,-€ sonst fehlt oder nicht aktuell ist. Ein Blick auf die Homepage verrät die weitere Ausstattung.

  • Qualcomm® SnapdragonTM 801 processor with 2.3 GHz Quad-core CPUs
  • GPU: Qualcomm® AdrenoTM 330
  • RAM: 3GB LPDDR3
  • Storage: 16GB eMMC v5.0 (Expandable storage up to 128GB)
  • Sensors: Accelerometer, Gyroscope, Proximity, Ambient Light, HALL
  • Battery: Embedded rechargeable typical 2,525 mAh LiPo battery
  • Wi-Fi: 2.4Ghz b/g/n WCN3680
  • Bluetooth: Bluetooth 4.0
  • Positioning: Supports GPS, GLONASS, and BDS

Display:

  • 5.0 inch Corning® Gorilla® Glass 3
  • 1080p Full HD, 441 PPI
  • Typ: Active Matrix OLED

Für den Preis muss man also auf größeren internen Speicherplatz verzichten. Ebenso wird man WLAN nach Standard 802.11ac vermissen. Auch NFC fehlt. Bluetooth ist nicht ganz aktuell, mit 4.0 aber kein Grund zum Meckern, wie ich meine. Gerade NFC muss ich sagen, habe ich noch nie benutzt.

Alles in allem ist das OnePlusX mit den Hauptmerkmalen CPU und RAM genau das, was ich mir vom Nexus 5X im Verhältnis zum Preis erwartet hätte. Das wäre da meiner Meinung nach echt drin gewesen, wenn man sieht, dass One+ das hier locker schafft. Zumal ich selbst von den Nexusgeräten nicht zwangsläufig Highend-Geräte erwarte, hätte es auch eine günstigere CPU getan.
Gut, beim Nexus kann man auf 32 GB Speicher ausweichen, dafür geht hier im OPX noch eine Micro-SD rein. Die teilt sich übrigens den Platz mit der SIM im Halter und kann bei Bedarf gegen eine zweite SIM ausgetauscht werden. Dual-SIM ist für mich jetzt nicht so wichtig, weshalb ich es begrüße, hier eine Micro-SD Karte bis zu 128 GB einlegen zu können.

Wer also jetzt ebenfalls sagt: ‘Hey, genau das was ich bei den Nexus’ erwartet habe!’, dürfte sich freuen, dass die Inviteregistrierung bereits online ist und sogar nur für einen Monat gelten soll. Anschließend soll das OnePlusX frei verfügbar sein, wie sich dem Twitteraccount von One+ entnehmen lässt. Da findet man übrigens auch noch einen Hinweis auf eine Variante mit Keramikrückseite. Mal was Neues. Preis dafür dann 369,-€. Ist natürlich happig für ein bisschen Keramik. Für den Preis würde ich mir dann doch lieber WLAN ac, NFC und 32 GB internem Speicher wünschen.

Wie bei OnePlus-Geräten hinreichend bekannt, läuft auch auf dem X CyanogenOS – nicht zu verwechseln mit CyanogenMod – auf Basis von Android Lollipop Version 5.1.1. Hier muss jetzt jeder selbst entscheiden. Über die Updatefrequenz und Verlässlichkeit bei OnePlus kann ich so spontan jetzt nichts sagen. Auch gab es Probleme mit dem Display beim OnePlus One. Das OnePlus 2 war dann auch nicht so ganz der Flagship-Killer, mit dem das Gerät umworben wurde, was nicht heißen soll, dass es deshalb schlecht ist. Man hatte eben nur mehr erwartet. Größter Kritikpunkt dürfte da wohl eher das Vertriebsmodell der Invites sein. Wie oben erwähnt, dieses Mal zumindest offiziell nur auf einen Monat beschränkt. Was natürlich nichts über die anschließende Verfügbarkeit aussagt, hat es doch auch hier trotz der Invites in der Vergangenheit ebenfalls Verzögerungen bei der Auslieferung gegeben. Nicht wirklich gut kommt auch der Support weg. Ich kann da keine persönlichen Erfahrungen, auch nicht aus dem Bekanntenkreis, vorweisen, weshalb man das nur als Randbemerkung registrieren sollte. Vielleicht hat sich auf das negative Feedback mittlerweile was getan.

Was soll ich abschließend noch sagen? Ja, es ist im Groben und Ganzen das, was ich mir vom Nexus 5X erwartet hätte. Statt Keramikschale auf der Rückseite würde ich mir für 369,-€ mehr in Richtung Nexus 5X wünschen. Sprich etwas mehr Speicherplatz, WLAN ac, NFC, etwas mehr Akkuvolumen, vielleicht Qi, USB Typ C. Ein paar Kleinigkeiten, die für die 100,-€ anstelle des Keramiks vielleicht das besser Verkaufsargument gewesen wären.

Wer möchte, kann sich noch ein kleines Image-Filmchen zugunsten der Keramikrückseite ansehen.

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