Im Dauertest: devolo Powerline dLAN 650 triple+ Starter Kit – Erster Eindruck

Gibt sicher einige Menschen, die dieses Szenario kennen: Wohngegend mit vielen Mehrfamilienhäusern. In einer Stadt mit Uni und 20.000 Studenten kommt es dann in solchen Wohngegenden zu WLAN im Überfluss. Überfluss im 2,4 GHz Frequenzbereich, so dass sich jedes WLAN einen abwürgen dürfte, Daten zu transportieren.

Wir sitzen hier zwischen mindestens 15 WLANs, die natürlich alle die Luft mit ihren Daten überfluten.
In unserer Wohnung ist der weiteste Punkt vom Router das Bad. Praktischer weise noch diagonal. Luftlinie muss das Signal so durch drei Wände mit reichlich Wasserleitungen. Und Wasser soll ja schlimmer als Blei sein, wenn es um WLAN geht. Direkt vorm Waschbecken kann es mit dem WLAN tatsächlich knapp werden. Unsere Play:3 im Bad lässt sich deshalb auch gerne mal Zeit mit einer Reaktion, die vom Smartphone angestoßen wird, weil es eben dieses Anschlussprobleme hat. Jetzt habe ich zwar nicht vor, im kleinsten Raum mit der – tendenziell – höchsten Luftfeuchtigkeit einen dLAN-Adapter hinter der Waschmaschine anzuschließen, das WLAN in Richtung Wohnzimmer wollte ich jedoch schon länger von unnötigen WLAN-Verbrauchern befreien. Da keine LAN-Infrastruktur vorhanden ist, gäbe es neben Kabeln in Kanälen und ordentlichen Löchern in den Wänden nur noch dLAN. Das wäre zusätzlich sogar noch flexibler, falls man mal die Möbel umstellen möchte.

Unsere Wohnsituation dürfte in diesem Fall zugunsten des dLAN ausfallen. Vor unserem Einzug wurde die Elektrik komplett neu verlegt. Die Drähte sind keine fünf Jahre alt. Dafür war unser Vermieter bei den Wandsteckdosen sparsam. Im Schnitt keine vier Einzeldosen pro Raum. Heißt in dem Fall allerdings auch weniger Störquellen bzw. Verbraucher zwischen Sender und Empfänger. devolo empfiehlt nämlich, den Adapter in einer Wanddose zu platzieren, jegliche Verbraucher dann über die Dose im Adapter.
Sender ist ein devolo dLAN 650+ und steckt quasi in der Mitte des Stromnetzes. In beide Richtungen ungefähr gleich viele Meter Stromkabel. Der Empfänger kommt Luftlinie ca. drei Meter weiter im Nachbarraum zum Einsatz. Direkte Linie, nur eine Steckdose weiter im Stromnetz. Die Powerline-Adapter sollten sich also wohl fühlen und ihr Potential voll entfalten können. Fasse ich mal die Eckdaten der Geräte laut Datenblatt zusammen:

  • Ethernet 10/100/1000
  • Powerline 200/500/600
  • Reichweite 400 Meter
  • Verschlüsselung 128 Bit AES
  • 3 LED für Zustandsanzeige
  • Ausgangsleistung an integrierter Steckdose 16 A
  • 1x RJ45
  • Verbrauch: Maximal W/A: 4.5 / 0.1 Stand-By W/A: 0.7 / 0.01

Beim Emfpangsteil 650 tripel+ ändert sich an diesen Daten nur, dass er drei RJ45er Buchsen hat und einen höheren Stromverbrauch unter Last mit 5.2 / 0.1 W/A aufweist. Unabhängig davon hängt es möglicherweise auch etwas davon ab, welche und wie viele Datensauger am Empfangsadapter hängen. Eng werden dürfte es bei meiner Installation allerdings kaum.
Bei uns soll ein MediaReceiver der Telekom für’s Entertain mit dran. Da der Kasten ja immer irgendwelche Daten zieht, ist es vermutlich Essig mit dem Standby der Powerline Adapter. Das habe ich allerdings nicht gemessen, da das für mich in dem Fall einen Zielkonflikt bedeuten würde und daher irrelevant für mich ist. Relevanter ist für mich die dauerhafte Verbindung. Auf Amazon haben diverse dLAN-Adapter einige negative Bewertungen, was den Punkt betrifft. Dort wird widerholt darüber berichtet, dass nach einiger Zeit die Verbindung manuell neu hergestellt werden muss. Das wäre bei unserem Mediareceiver natürlich sehr unpraktisch, weil einige Serienaufnahmen programmiert sind und das Teil keinen Alarm gibt, wenn die Verbindung weg ist. Man hat später also ein paar nicht vorhandene Aufnahmen auf der Festplatte, weil die Leitung tot war.
Welche Gerätschaften sollen noch per Kabel an den 650er triple+? Ein RasPi mit Zugriff aufs NAS im Büro, sowie Internet, zwei Konsolen. Entertain Receiver sowie RPi werden direkt verbunden, der Rest per Switch am dritten Port. Konsolen sind auch eher nebensächlich.

Um den Plan in die Tat umzusetzen, müssen die Adapter natürlich eingesteckt und installiert werden. Beides Kindergarten. Sender einstecken und den kleinen Knopf an der Seite drücken, dann innerhalb zwei Minuten den Empfänger platzieren und ebenfalls den kleinen Schalter drücken. Die Adapter finden nun selbst zueinander. Hat auf Anhieb funktioniert. Wer neben den Status-LED noch weitere Infos und Konfigurationsmöglichkeiten sucht, installiert sich die devolo Cockpit Software, die einen Einblick in die Adapter gibt. Dort sieht man die anliegende Geschwindigkeit des jeweiligen Adapters, kann ihnen einen Namen geben, ein Firmwareupdate durchführen, die Einstellungen zurücksetzen, Updates blockieren, Kommunikation des jeweiligen Adapters unterbinden, Energiesparmodus sowie die LEDs deaktivieren, Handbuch abrufen, ein Passwort für sichere Übertragung vergeben und Optimierungsvorschläge ansehen. Alles vorhanden, was man so erwarten würde, ganz ohne Schnickschnack. Ein Zugriffspasswort für das devolo Cockpit kann man nicht vergeben. Wer also den Internetzugang – aus familiären Gründen zum Beispiel – limitieren möchte, sollte dann doch lieber auf Funktionen des Routers zurückgreifen.

Für die Mobilfetischisten unter uns: Es gibt zwar eine Android-App für die devolo Powerline-Adapter, leider unterstützt die aber nicht die 650+-Serie. Habe per Twitter mal bei devolo angefragt. Man antwortete mir, die Betriebssysteme – Android und iOS – würden das direkte Monitoring nicht unterstützen. Schade, kann man devolo kaum die Schuld für geben. Muss man wohl oder übel für einen schnellen Check des dLAN-Netzstatus das Starten eines Rechners in Kauf nehmen.

Mein Fazit nach drei Wochen im Test? In unserer Wohnung herrschen recht günstige Bedingungen für die Powerline Geräte. Die Leistung ist bei beiden Adaptern nicht unter 500 Mbit/s gefallen. Für diverse Hardware im Wohnzimmer ist immer ausreichend Leistung vorhanden. Auch beim IPTV gab es keinerlei Artefakte oder Störungen im HD-Bild. Ebenso hat der RasPi einwandfrei arbeiten können. Dahingehend echt top! Lediglich einmal gab es einen Verbindungsabbruch, der laut Datum und Uhrzeit im Display des Media Receiver leider ganze 24h bestand gehabt haben muss, bevor er uns aufgefallen war. Beim Statuscheck im Cockpit zeigte die Software eine Geschwindigkeit von um die 450 Mbit/s für beide Adapter an, obwohl nichts durch ging. Softwareseitig wäre hier eine Diagnosefunktion nicht übel, den Fehler zumindest an devolo melden zu können. Ich kann allerdings auch einen Fehler auf Grund einer kurz zuvor raus geflogenen Sicherung nicht ausschließen. Da ich das Kit im Dauertest habe, werde ich das weiter beobachten. Bisher ist es bei dem einen Ausfall geblieben.
Letztlich bin ich mit den Adaptern und der Geschwindigkeit zufrieden. Je nach geplantem Einsatz muss jeder selbst Entscheiden, ob er die knapp 120,-€ für das Starter-Kit auf den Tresen legt, oder doch lieber ein Kabel verlegt. dLAN ist auch nicht für jede Situation die optimale Lösung. Dennoch ist meiner Ansicht nach der Preis für den Funktionsumfang und die Leistung gerechtfertigt. Man darf auch nicht außer acht lassen, dass man mit den dLAN Powerline Adaptern gerade in Mietwohnungen eine ordentliche Flexibilität hat und das System beliebig erweitern kann.

Das dLAN 650 triple+ Starter Kit wurde mir von devolo kostenlos zur Verfügung gestellt.

Eine Antwort zu “Im Dauertest: devolo Powerline dLAN 650 triple+ Starter Kit – Erster Eindruck

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