Microsoft Office Lens – kostenlose Scannerapp mit OCR für Android (Beta)

Microsoft liefert meiner Ansicht nach die besten Officeanwendungen ab, die man so bekommen kann. Bei den mobilen Apps sogar für Android früher, als für das eigene System. Was ich zwar nicht ganz nachvollziehen kann, hier allerdings nicht Gegenstand des Beitrags ist. Gegenstand soll die in der Überschrift genannte App sein: Office Lens. Wie immer bei Apps gilt bei mir: Test erfolgt unter Android. Ich nix haben Apfelgerät. Wer sich auf iOS einen Eindruck verschaffen möchte, kann sich die App aus dem App Store runterladen.

Microsoft bietet die App für Android als Preview an, die man erst nach Beitritt der entsprechenden Testcommunity auf G+ über den Play Store installieren kann. Hab ich mir natürlich nicht nehmen lassen und alles mobil auf meinem guten alten Nexus 4 erledigt. Funktionierte einwandfrei. Per Link aus der Gruppe direkt in den Play Store, App installiert, ersten Testscann gemacht. Eine Sache von wenigen Minuten.

Die Qualität stimmt soweit. Lens trifft übrigens beim Draufhalten schon eine Vorauswahl mittels Rahmen. Sind die Lichtverhältnisse gut, die Kanten des zu scannenden Objekts klar zu erkennen, gibt es hier keinen Bedarf der Nachbearbeitung. Sollte man doch einmal neu zuschneiden wollen, findet man das Werkzeug dazu in der oberen Leiste. Hintergründig liegt immer noch das komplette Motiv als Grundlage vor.
Sind die Lichtverhältnisse eher suboptimal, lässt Lens allerdings keine Nachbearbeitung zu. Helligkeit, Farbsättigung, Kontrast: Fehlanzeige. Hier hat Microsoft also noch Arbeit vor sich, um mit Konkurrenzprodukten mitzuhalten, auch wenn Lens bisher kostenlos ist (und es meiner Einschätzung nach auch bleiben wird).
Bleibt bei der funktionell gehaltenen App noch die Geschwindigkeit. Die ist eher so lala. Dürfte schneller sein. Ob die Bearbeitung allerdings noch auf dem Gerät des Benutzers oder bereits online in der Cloud statt findet, weiß ich nicht. Sollte die Bearbeitung bereits in der Cloud statt finden, könnte das zumindest für eine längere Bearbeitungszeit mitverantwortlich sein. Auch mitverantwortlich ist ggf. das OCR-Feature, zu welchem ich nun direkt übergehen  möchte.
Das OCR-Feature wird beim Bearbeiten bzw. Speichern offenbar direkt im Dokument ausgeführt. Sofern das alles bereits in der Cloud erledigt wird, könnte das ein weiteres Indiz für eine etwas langsamere Bearbeitungszeit sein. Dafür wäre dann die Bearbeitungszeit insgesamt allerdings nicht schlecht. Nichts desto Trotz: Wird also das – im vorher ausgewählten Format – gespeicherte Dokument geöffnet, ist es durchsuchbar. Allerdings öffnet sich z.B. in Onenote jetzt kein reines Textdokument, sondern quasi das ausgeschnittene durchsuchbare Foto. Übrigens auch ohne das es geöffnet ist. Onenote durchsucht einfach alle vorhandenen Dokumente nach den Schlüsselwörtern, listet links in der App einfach alle Dokumente auf, die den Suchbegriff enthalten. OCR hat also funktioniert. Gilt auch für die anderen Formate.

Einen Haken hat das Erstellen von Word-, PowerPoint- und PDF-Dokumenten leider. Es werden sämtliche Dateien ins OneDrive geschoben. Lokal wird hier nichts gespeichert. An sich wäre das kein Problem, ließen sich die Dokumente aus dem Verlauf anschließend in einer entsprechenden App direkt öffnen. Stattdessen wird der Browser mit der Loginseite vom OneDrive geöffnet. Blöd deshalb, weil ich die OneDrive App direkt und auch den Solid Explorer mit OneDrive-Verknüpfung installiert habe. Alternative Apps zum Bearbeiten oder nur Betrachten werden hier gar nicht erst angeboten. Die Dokumente lassen sich aus dem Verlauf heraus zwar teilen, dummerweise nicht an die Office Mobile App. Onenote-Dateien bleiben daher die einzigen Dokumente, die sich am Smartphone automatisch in ihrer nativen App öffnen, auch wenn diese direkt aus dem OneDrive abgerufen werden.
Es empfiehlt sich bei Bedarf nach dem Scann der Umweg über einen Dateimanager mit Verknüpfung zum OneDrive. Scheint mir der einfachste Weg zu sein. Wird als Ziel nämlich kein Dateiformat sondern das OneDrive ausgewählt, wird dort lediglich ein JPG abgelegt. Sagt mir nicht wirklich zu. Bei Katalog verhält es sich ähnlich mit dem lokalen Speicher. Danach findet man im Stammverzeichnis unter interner Speicher/Pictures/Office Lens die zugeschnittenen Fotos. Auch nicht unbedingt der Bringer.

Ein kleines, ich nenne es vorsichtshalber mal Gimmick, weil mir gerade kein praktisch sinnvolles Szenario dazu einfällt, hat Microsoft Office Lens aber doch noch mitgegeben.
Hat man einen Text bereits einmal mit Lens aufbereitet, kann man diesen mit der normalen Fotoapp noch einmal beliebig abfotografieren. Per Import in Lens wird dann tatsächlich das bereits aufgearbeitete Dokument angezeigt.

Fazit: Klar, die App ist in der Beta. Potential ist da. Meiner Meinung nach fehlen noch ein paar  rudimentäre Funktionen. Siehe nachträgliche Bearbeitung, öffnen der Dateien in ihren nativen bzw. alternativen Apps, sofern installiert. Hier ist also noch etwas mehr als nur Feintuning in Sachen Handhabung nötig. Es kann nicht sein, dass Onenote-Dokumente die einzigen sind, die sich aus Lens auf dem mobilen Gerät in ihrer nativen App öffnen lassen. Bei allen anderen Formaten muss man einen umständlicheren Weg gehen, da auch das direkte Speichern im OneDrive nur als JPG möglich ist. Bessere Wahl für den Zugriff ist da ein Dateimanager mit Anbindung ans eigene OneDrive. Mich kann Office Lens im jetzigen Zustand noch nicht überzeugen. Ich behalte sie im Auge, nutze aber lieber weiter meinen Favoriten.

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