Sandbox, VM und Co – Virtualisierung am heimischen PC – Teil I/II: VMware Player

Da ich seit dem Release der Windows 8 Developers Preview vermehrt mit der Virtualisierung im kleinen Rahmen zutun habe, dachte ich mir, schreibe ich doch einfach einen Beitrag zu den vorhanden Möglichkeiten, ein beliebiges Betriebssystem in einer virtuellen Umgebung zu nutzen. Zumal ich mit der Veröffentlichung der Windows 8 Consumer Preview sicherlich zukünftig einige Beiträge mehr zu Windows 8 zu verfassen gedenke.

Es gibt im privaten Bereich vor allem zwei kostenlose Produkte, mit Hilfe derer sich ein Computer simulieren lässt. Ich rede von Oracle’s VirtualBox und vom VMware Player. Letzterer bietet erst seit kürzerer Zeit die Möglichkeit, virtuelle Maschinen zu erstellen. Vorher ließen sich damit nur bereits erstelle VMs quasi abspielen. Mit VirtualBox war das Erstellen eines virtuellen PCs auch vorher schon möglich. Beide Programme unterscheiden sich also nicht mehr wirklich voneinander und lassen sich auch sehr ähnlich handhaben.

Grundsätzlich sollte man zum Thema VM wissen, dass alles, was sich in einer solchen virtuellen Umgebung abspielt, keinerlei Auswirkung auf das reale Betriebssystem des Hostcomputers – also des Computers, auf welchem die Virtualisierungssoftware installiert ist – hat. Weiterhin sollte man bedenken, dass eine VM natürlich bei einem Fassungsvermögen von z.B. ca. 13 GB Speichervolumen von W8 die Software auch dementsprechend realen Speicherplatz benötigt. Die Angaben der Festplatten sind zwar flexibel, so das u.U. auch mehr Festplattenspeicher als real verfügbar angegeben werden können, jedoch wird dieser Platz je nach Einstellung und VM-Software erst beansprucht, wenn die virtuelle Festplatte tatsächlich auch mit dieser Datenmenge – also installierter Programme, Spiele, Musik etc. – belastet wird. Auch kann man der VM die reale Hardware zur Verfügung stellen, ihr also sagen, dass sie auf die real vorhandenen Prozessorkerne, Grafikkarten und so weiter zugreifen kann und darf. Für gewöhnlich ist eine Skalierung über die real verfügbare Leistung nicht möglich. Vor allem beim Arbeitsspeicher wird davon abgeraten, einer VM die volle reale Bandbreite zur Verfügung zu stellen, da die VM natürlich mit der realen Hardware berechnet wird und so die VM-Software ausgebremst werden kann. Soll heißen, dass die VM-Software vom Hostsystem nicht ausreichend mit Leistung versorgt werden kann, da ja das Host-Betriebssystem ebenfalls ein Minimum an Hardwareressourcen benötigt. Aber wie gesagt, allgemein nimmt der Hostcomputer keinen Schaden dadurch. Es kann lediglich der Spaß an der VM verloren gehen. Sobald man ein Betriebssystem in einer VM installiert hat, lassen sich die Hardwarekonfigurationen auch immer noch verändern, so dass man später ausloten kann, wie viel Rechenleistung man der VM zugestehen kann und will.

Wie die Überschrift schon aussagt, will ich in diesem Beitrag erst einmal nur auf den VMware Player eingehen, bei dem ich sicher sagen kann, dass sich eine W8 Installation darauf auch zum Laufen bringen lässt.

Hat man die Software also installiert, startet diese ziemlich unspektakulär mit dem Startfenster. Hier kann man nun entweder eine vorhandene virtuelle Maschine (kurz VM) laden, oder eine Neue erstellen. Ich gehe den Weg, einer Neuerstellung, werde zukünftig aber von meiner bereits eingerichteten VM berichten.

Zum Erstellen einer neuen VM genügt ein Klick auf Create a New Virtual Machine und man landet im Auswahlbildschirm, in welchem die Quelle des zu installierenden Betriebssystems ausgewählt werden muss. Beim ersten Punkt kann man das Host-DVD/CD-Laufwerk wählen, liegt das OS als Installationsdisc vor. Hat man eine iso-Datei zur Verfügung, sollte man im zweiten Punkt den Speicherort selbiger angeben. Will man dagegen das OS erst später installieren, wählt man den dritten Punkt.

Hat man die Quelle gewählt, muss im nächsten Fenster angegeben werden, um welches OS es sich dabei handelt. Im Dropdown-Menü kann die Auswahl noch weiter spezifiziert werden, was man auch tun sollte. Hat der Hostcomputer einen 64-Bit-Prozessor, sollte man ruhig eine x64-Version des ausgewählten OS heraussuchen.

Ist hier die passendste Auswahl getroffen, wird man nun nach dem Lizenzkey des OS gefragt. Dieser Schritt lässt sich allerdings auch auf Später verschieben, wenn das OS aus der Quelle installiert wird. So wird man dann ganz regulär um die Eingabe der Lizenz gebeten. Vergabe von Name und Passwort sind ebenfalls später möglich. Zum Überspringen klickt man einfach auf Next.

Es naht die Fertigstellung der VM, denn nun wird man um die Benennung der VM, sowie um die Angabe des Speicherortes gebeten. Die Namensvergabe sollte man möglichst logisch vornehmen, so dass man bei mehreren VMs nicht den Überblick verliert. Die Speicherorte für diverse VMs sollten ebenfalls in eindeutig benannten Ordnern liegen, um später zu wissen, welche VM wo auf der realen Festplatte zu finden ist. Natürlich sollte dabei die eingangs erwähnte Dateigröße der VM berücksichtigt werden, wie man im nächsten Schritt erkennen wird.

Was uns auch schon zum nächsten Screenshot bringt. VMware Player lässt einem die Wahl, die Daten der VM als eine Datei, oder aufgespalten in mehrere Dateien auf der realen HDD zu speichern. Für eine bessere Kompatibilität zu anderer VM-Software kann man die Daten aufteilen lassen, für eine bessere Performance vor allem bei und auf großen Festplatten, kann man eine Datei wählen. Wie gut hierbei zum Beispiel der Import einer VMware Player VM in die Software VirutalBox funktioniert, habe ich noch nicht ausprobiert. Diesen Punkt werde ich jedoch im zweiten Teil des Berichts zu VirtualBox nachreichen. Die Entscheidung liegt demnach bei jedem selbst und welche Software man persönlich bevorzugt.
Weiterhin wird hier die maximale Kapazität der virtuellen Installationsfestplatte angegeben.

Im darauffolgenden Fenster werden dem geneigten Nutzer die Hardwareeigenschaften der VM aufgelistet. Diese kann man über den Customize Hardware… Button noch etwas anpassen. In etwa lässt sich der RAM erhöhen, Optionen für LAN und USB-Anschlüsse anpassen – um zum Beispiel USB-Tastaturen, Drucker etc. des Hostcomputers der VM zur Verfügung zu stellen. Mit einem Klick auf Finish ist man dann auch schon startklar.

Je nach der Wahl der OS-Installationsmethode kann der Spaß nun auch schon losgehen und man hat das fertige Betriebssystem vor Augen. Es ist natürlich nackt und bedarf evtl. der Installation einiger Treiber, sofern man außergewöhnliche Hardware nutzen möchte. Allerdings sei erwähnt, dass man beispielsweise bei der Grafikkarte zwar auf die im Host-PC verbaute Grafikkarte zurückgreifen kann, ob diese aber auch als die reale Graka mit Bezeichnung, Spezifikationen etc. in der VM als Hardware gelistet wird, ist nicht garantiert. Für gewöhnlich funktionieren allerdings zumindest unter Windows in der VM aktuelle Treiber oder die des Vorgänger-Betriebssystems. Dahingehend wäre jedoch alles weitere zu speziell, als es hier detaillierter zu behandeln. Nur noch der Hinweis, dass man durchaus auch das Host-CD/DVD-Laufwerk dazu nutzen kann, Treiber/Software von CD/DVD in der VM nachinstallieren kann.

2 Antworten zu “Sandbox, VM und Co – Virtualisierung am heimischen PC – Teil I/II: VMware Player

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