Evernote auf dem PC

Wie die Überschrift verrät, soll es um Evernote für den PC gehen. Auf appland.ch habe ich ja bereits das entsprechende Pendant für den Androiden vorgestellt im Vergleich mit Catch Notes. Da Catch Notes nicht nur mangels schlechterer App bei mir persönlich durchfiel, sondern auch auf Grund einer fehlenden Desktoplösung, bekommt Evernote hiermit eine weitere Empfehlung meinerseits. Das Schema bei meinen Android-App-Tests kann bzw. will ich hier am PC nicht aufgreifen, da sich dazu vermutlich zu viele vergleichbare Produkte am Markt befinden. Abgesehen davon hat mich Evernote im gesamten Zusammenspiel komplett überzeugt.

Wer Evernote nutzen will, muss sich vorab online kostenlos einen Account erstellen. Ohne geht es bei dieser Dienstleistung nicht, da alle Eingaben – sei es am Smartphone oder PC – anschließend in die Cloud hochgeladen werden. Alternativ kann man den Premiumservice kaufen. Aber auch ohne den kostenpflichtigen Dienst zu buchen kann man bereits plattformübergreifend synchronisieren, Bilder, Audiodateien, Handschrift (sofern entsprechende Hardware verfügbar) und PDFs an seine Notizen hängen. Größter Einschnitt: man muss mit einem Monatsvolumen des Uploads von 60 MB auskommen. Speicherplatzbeschränkungen in der Cloud gibt es keine. Eine einzelne Notiz darf lediglich 25 MB groß sein, was aber im Gegensatz zu den 50 MB des Premiumaccounts irgendwie albern wirkt, wenn man bedenkt, dass die monatlichen Uploads dort bis 1 GB umfassen dürfen. Weiterhin kann man in der kostenlosen Variante des Dienstes keine Notizbücher teilen. Ebenso werden Notizbücher nicht auf dem Smartphone vorgehalten. Dies geht nur in der Premiumversion. Das verwendete Gerät muss also eine bestehende Internetverbindung nutzen können, um Zugriff auf die Notizen aus der Cloud zu haben.

Nun zum Programm zur Dienstleistung. Evernote ist mit einer PC und Mac-Version auf den Desktops genauso vertreten, wie auch für iPhone/iPod, iPad, Android, BlackBerry, Palm, SonyEricsson (nur X-Serie), Windows Mobile (leider noch keine WP7-Unterstützung). Will man Evernote mit mehreren Leuten nutzen, spielt es also so gut wie keine Rolle, welches Endgerät diese Menschen benutzen. Am PC installiert wirkt Evernote aufgeräumt und liefert auf einen Blick alle Infos.

Evernote | PC Version

Wie man unschwer erkennen kann, befindet sich links eine Ordnerleiste, in welcher die Notizbücher gelistet sind. Wie im Windowsexplorer klappen diese bei einem Klick darauf aus und geben die enthaltenen Notizen preis. Der mittlere Bereich listet dann eine Kurzübersicht der Notizen des Buches auf und liefert dazu im linken Teil die komplette Notiz. Jeder der drei Teile des Programmes hat dabei seine eigene Menüleiste. Im Explorer hat man die Wahl des Kontos und der freigegebenen Notizbücher. Die Übersicht lässt sich sortieren und auch durchsuchen. Der Notizzettel kommt mit entsprechenden Bearbeitungsfunktionen wie Textformatierung und der Tagleiste. In der Programmmenüleiste finden sich sämtliche Bereichsmenübefehle noch einmal wieder, teils mit mehr Optionen. Die rechte Hälfte der Leiste beherbergt einige Schnellwahlpunkte, wie z.B. die Synchronisierung. Die Tapete macht sich in unserem Flur übrigens super.

Evernote integriert sich weiterhin wunderbar in MS Outlook, sowie den Firefox und Chrome. Auf Mac-Seite wird der Safari unterstützt. Entsprechende Add-ons sind auf der Herstellerseite zu bekommen, das Firefox Add-on auch in den Add-on Archiven. Im Firefox positioniert sich dann der graue Elefantenkopf zwischen Home- und Lesezeichenicon. In Outlook erscheint er (modifizierbar) automatisch am rechten Rand der Menüleiste. Die Funktionsweise und der Umfang ist in Browsern wie in Outlook gleich. In den Browsern wird entweder per Klick die gesamte geöffnete Webseite in Evernote importiert, oder vorher markierter Text. In Outlook entweder die jeweils markierte Email, oder der in der Mail markierte Text. Die weiteren Optionen sind dann die selben. Es öffnet sich das Neuer Clip Fenster von Evernote.

Evernote - Neuer Clip in Outlook

Hier werden dann Notiztitel, Schlagwörter/Tags vergeben und das Notizbuch ausgewählt, in welchem der Clip gespeichert werden soll. Bei Importen aus den Browsern kann es vorkommen, dass manche Elemente nicht übernommen werden. Dies ist abhängig davon, ob man einen Premium- oder kostenlosen Account hat. Ob sich Evernote hier an den importierbaren Dateitypen für ein kostenloses Konto orientiert (jpeg, png, gif, mp3, wav, pdf, digitale Handschrift), weiß ich nicht sicher. Zum Speichern von kompletten Homepages eignet sich Evernote sowieso nicht, weshalb ich selbst dazu tendiere, Webseitenteile zu importieren, oder einfach nur die URL. Mehr als die eben in Klammern erwähnten Dateiarten kann man als Nutzer eines kostenlosen Kontos leider nicht an Notizen hängen.

Wer sich jetzt denkt: “Ist doch nichts anderes als Dropbox.”, der irrt. Natürlich kann ich Dropbox auch auf dem Smartphone mit mir herumtragen. Jedoch ist Evernote eher darauf ausgelegt, Notizen zu machen. Eine nackte Datei in der Dropbox beinhaltet nicht zwangsläufig die Ideen, die einem dazu durch den Kopf gehen. Um den Verlust dieser vorzubeugen, können sie in einer Notiz direkt an ein Foto angehangen werden. Oder als Sprachnotiz, was das ganze Verfahren unterwegs erleichtert.

Für Menschen, die Twitter nicht nur als Kommunikationsmittel nutzen, gibt es ein zusätzliches Schmankerl. Per entsprechender Einstellung besteht die Möglichkeit, Tweets und andere Gedanken an die eigene Evernotecloud zu senden. Wie macht ihr das? Ganz einfach: folgt https://twitter.com/#!/myen und ihr bekommt eine Direktnachricht mit einem Link. Diesen klickt ihr an und bestätigt die Verknüpfung von Evernote und Twitter. Anschließend müsst ihr bloß noch in jedem Tweet @myen einbauen und schon landet der Tweet in eurer Evernotecloud. Die (englische) Anleitung dazu gibt es hier. Bevor jemand fragt: Kann dann Sinn machen, wenn man nur eben einen interessanten Link von einem Verfolgten für später sichern möchte. Weitere Gedanken dazu lassen sich ebenfalls nachträglich hinzufügen. Außerdem kann man so auch eine Art Reader erstellen, da sich die Notizen in Evernote auch nach Datum etc. sortieren lassen können.

Ich kann Evernote jedenfalls all denen weiter empfehlen, die bloggen, viel in Meetings sitzen, von Berufswegen viel unterwegs sind, kreative Jobs haben oder einfach nur ihre Ideen und Gedanken spontan eine rohe Fassung geben wollen. Ich will es jedenfalls nicht mehr missen. Das Evernoteportfolio wird ständig um interessante und nützliche Tools und Dienste erweitert. Es lohnt also auch unter Umständen den Newsletter zu abonnieren.

Der Vollständigkeithalber sei hier noch erwähnt, dass der gute Martin auf appland.ch eine weitere Evernote-App für das iPad ausprobiert hat: Evernote Peek. Die App, mit der man mittels iPad die guten alten Karteikärtchen im Kasten lassen kann. Hier geht es zum Review auf appland.ch.

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